
Quelle : Photos par Yasmine Brandenburger et Laetitia Flammang (CNAPA)
„Einmal Nikotin schadet nicht“, habe ich gedacht…
✍️ von Yasmine Brandenburger, Jugendliche bei dem nationalen Schülerkomité CNEL und Laetitia Flammang, Fachberaterin für Suchtprävention und Gesundheitsförderung beim Centre national de prévention des addictions (CNAPA)
Diesen Satz hörst du öfters, wenn es um Zigaretten, E-Zigaretten oder Nikotinbeutel (Snus) geht. Viele Jugendliche glauben, dass ein einziges Mal keine Folgen hat. Doch genau diese Vorstellung kann den Beginn einer Nikotinabhängigkeit bedeuten.
Greifen immer mehr Jugendliche zu Nikotin?
Oft fängt alles ganz harmlos an: Freunde bieten an der Bushaltestelle, im Park oder auf einer Party eine Zigarette oder eine Vape an. Aus Neugier oder dem Wunsch, dazuzugehören, können manche Jugendliche nicht „Nein“ sagen. Man will nicht ausgeschlossen werden oder als jemand gelten, der nicht „cool“ ist. Doch dieses erste Mal führt oft zu einem zweiten, dann zu einem dritten, bis es zur Gewohnheit wird. Aus einem „nur einmal“ kann so schnell ein „immer öfter“ werden.
💬 Raucherinnen und Raucher in der Minderheit
Hast du das Gefühl, dass alle rauchen oder dampfen und dass du das auch tun musst, um dazuzugehören? Manchmal kann man diesen Eindruck haben, aber das stimmt nicht. Tatsächlich rauchen 69 % der Menschen ab 16 Jahren in Luxemburg nicht.
Tipp: Überlege dir im Voraus, wie du reagieren möchtest, wenn dir jemand etwas anbietet. Das wird dir helfen, überzeugend „Nein“ zu sagen.
Gruppendruck ist jedoch nicht der einzige Grund
Manche Jugendliche greifen zum Nikotin, weil sie gestresst sind, ihre Probleme vergessen wollen oder glauben, dass sie dadurch erwachsener und selbstbewusster wirken. Andere treffen diese Entscheidung aus reiner Neugier. Doch ganz gleich, was der Grund ist – das Risiko bleibt dasselbe: Nikotin macht süchtig.
💬 Nikotin macht stark abhängig
Wusstest du das? Nikotin gehört zu den Substanzen, die extrem schnell zur Abhängigkeit führen können. Ein einziger Versuch macht noch nicht sofort süchtig. Aber dieser erste Versuch kann dazu führen, dass du beim nächsten Mal weniger zögerst. Bei Jugendlichen verläuft dieser Prozess noch schneller als bei Erwachsenen, da sich ihr Gehirn in einer entscheidenden Entwicklungsphase befindet.
Sobald man einmal abhängig ist, merkt man schnell, wie schwer es ist, damit aufzuhören. Viele sagen sich: „Morgen höre ich auf.“ Aber aus „morgen“ wird „nächste Woche“ oder sogar „nächsten Monat“. Eine Sucht lässt sich nicht von heute auf morgen beenden.
💬 Umfragen zeigen: Etwa jeder Zweite, der raucht oder dampft, möchte eigentlich damit aufhören. Es ist oft schwierig, dies alleine zu schaffen, aber es gibt Hilfe!
Tipp: Schau mal auf info-tabac.lu vorbei! – Dort findest du Informationen und Ratschläge.
Halte dem Druck stand!
Deshalb ist es wichtig, dass du dich schon vor dem ersten Rauchzug fragst, ob es das wirklich wert ist. Für ein paar Minuten Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder um cool zu wirken, riskierst du, deine Gesundheit zu gefährden.
💬 74 % der Erwachsenen, die heute rauchen, haben schon vor ihrem 18. Geburtstag angefangen. Deshalb versucht die Nikotinindustrie, Jugendliche möglichst früh zum Ausprobieren zu bringen.
Tipp: Wenn du heute dem Gruppendruck widerstehst, stehen die Chancen gut, dass du auch später gar nicht erst mit dem Rauchen anfängst.
👉 Kurz gesagt: Lass dich von Anfang an nicht vom Nikotin verführen. So behältst du die Kontrolle und gibst der Sucht keine Chance.


